7. Ausstellung 2018:

Maria Fisahn

„Die Saat tanzt“

Pigmentmembranen / Klangobjekte, Zeichnungen,Fotografien
Ausstellungsdauer: 1.09. bis 7.10. 2018
Mittwoch, Samstag, Sonntag von 13 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung.
Finissage mit kurzer Performance / Vorführung
am Erntedankfest, Sonntag, 7.10. 2018, 16 Uhr


Während einer Klangaktion durch manuelle Impulse in Schwingungen versetzt, vibrieren Dattelkerne, Bohnen oder Erbsen in aufgestreuten ungebundenen Pigmenten auf den Klangmembranen. Beim Zusammenspiel vieler Kerne verdichten sich die obertonreichen Klänge aller Bewegungen zu Klangteppichen wie Meeresrauschen, Donner und Regen. Die tanzenden Kerne hinterlassen gleichzeitig sichtbar und hörbar farbliche Spuren, Linien oder Farbfelder auf den Membranoberfächen. Durch Lenkung und Zufall, durch Zeit und Raumresonanz bedingt, erzeugen die Kerne farbige Spuren, indem sie sich durch die losen Pigmente bewegen. Ergebnis dieses Zusammenspiels komplexer Farbspuren und Schichten sind farbstarke Malereiobjekte, die über lange Zeiträume enstehen, da jede Pigmentschicht fixiert und wieder neu bespielt wird.

„Spuren“ Detail aus Klangperformance“ 2017 Fotos: Maria Fisahn/VG Bildkunst Bonn

„Pigmentmembrane/Klangobjekt“ 2015/2016 Fotos: Maria Fisahn/VG Bildkunst Bonn

 

 

 

 

 

Diese Pigmentmembranen erinnern an Planeten oder mikroskopische, biomorphe Muster des menschlichen Körpers oder der Tier – und Pflanzenwelt.

Maria Fisahn arbeitet zyklisch, interdiziplinär und prozessorientiert an unterschiedlichen Werkgruppen (bodies of work) über viele Jahre.

Vita

Maria Fisahn studierte von 1968 – 1974 Freie Kunst und Kunstvermittlung an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Joseph Beuys und bei Gerhard Richter als Meisterschülerin und lebt seit 1977 in Hamburg. Als Gründungsmitglied des Ersten Künstlerhauses in Hamburg kuratierte und organisierte sie Ausstellungen.

In den Jahren 1977 – 1982 realisierte sie Filme in Coproduktion mit dem Filmbüro Hamburg und dem WDR Köln. 2003 gründete sie ein mobiles Künstlermuseum, das “Erdbeermuseum”, das 2009 im Staatlichen Museum Schwerin ein halbes Jahr präsentiert wurde. Maria Fisahns Arbeiten wurden mehrfach gezeigt in der Kunsthalle Hamburg (“Das Fest der rothaarigen Frauen“ 1998 u.a.) im Kunsthaus, im Kunstverein Hamburg, sowie im Museum Schwerin, im Karl Ernst Osthaus Museum Hagen, im Martin Gropius Bau Berlin, im Frauenmuseum Bonn, in der Kunsthalle Düsseldorf, im Museum am Dom Lübeck und in Galerien in Hamburg, Schwerin und Köln und im Kunstverein Cuxhaven. Sie stellte aus in Chicago, New York, Sofia, Krakau, Zürich und Istanbul.

Sie erhielt Filmförderungen, das Hamburger Arbeitsstipendium (1987), Projektförderungen und Reisestipendien in die USA, nach Benin/Westafrika und Myanmar/Asien, den Villa Massimo-Preis für Olevano Romano.

Arbeitsaufenthalte in Kenia, Portugal, Spanien und Italien. Zuletzt arbeitete sie als “artist in residence” im Juli  2018 in Scuol-Tarasp im Engadin/Schweiz

Ihre Lehrtätigkeit umfasst eine Interimsprofessur an der HBK Braunschweig (1996/97) und Lehraufträge an der Fachhochschule Hannover und der Muthesius Hochschule Kiel und der Bundesakademie in Wolfenbüttel.

Ihre Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen in der Kunsthalle Hamburg, im Staatliches Museum Schwerin, im Karl-Ernst-Osthaus-Museum Hagen, in der Kulturbehörde Hamburg, Museum Olevano Romano, in der WGZ Bank Berlin, in der Warsteiner Bank…

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