Hellinghäuser Sommer- Nachlese

HELLINGHÄUSER SOMMER

– Die kleine Kunstakademie –

…. so lautete der Titel des Workshops mit dem Hof Scheer seine Aktivitäten im Spannungsfeld von Natur und Kunst in der Jahresmitte fortsetzte. Dieses Jahres bestimmte Holzbildhauereidas Programm der kleinen Kunstakademie.

Als Veranstalterin lud Veronika Scheer-Gerken dieses Mal zu einem dreitägigen Workshops ein, der in den Räumlichkeiten und dem inspirierenden, weitläufigen ländlichen Ambiente von Hof Scheer stattgefunden hat. Sie hat dafür Hubert Romeyke gewinnen können, der selbst ein hohes Maß an kreativem Potential mitbringt und auf langjährige Unterrichtserfahrung zurückgreifen knn.

Hubert Romeyke aus Werl hat mit interessierten Anfängern und Fortgeschrittenen Holzskulpturen erarbeitet. Grafik und Holzbildhauerei sind Schwerpunkte seiner künstlerischen Ausbildung im Rahmen des Studiums.


Hier sein kuzer Rückblick:

Vom 6. bis 9. Juli 2017 gab ich im Rahmen des „Hellinghäuser Sommers“ einen Kurs zur Holzbildhauerei. Die kleine Gruppe fand in einem leer geräumten alten Pferdestall optimale Bedingungen vor: strahlender Sonnenschein draußen, eine schöne, durch viel Grün geprägte Landschaft und die angenehme Kühle im Stallgebäude. Hinzu kam die überaus liebevolle, familiäre Bewirtung durch Frau Scheer-Gerken.
Stabile Holzböcke dienten als Halterung für die alten Holzstücke, zumeist Kirschbaum. Der Umgang mit dem Klüpfel (ein runder Holzhammer) und den Beiteln (sehr scharfe, unterschiedlich gekrümmte Schnitzeisen mit Holzgriffen) war für die Mehrzahl der Teilnehmer noch völlig unbekannt. Die Schlagtechnik konnte schnell gelernt werden; die zumeist mühevolle Arbeit wurde durch das Gefühl belohnt, eine neue Form schaffen zu können. Es entstanden überwiegend ungegenständliche Motive, in einem Fall eine Eule. Das Holz bot dabei durch Äste und unregelmäßiges Wachstum einige Probleme, die kreativ gelöst wurden und auch die endgültige Formung der Skulpturen beeinflussten.
Mitte des zweiten Tages waren die meisten Skulpturen grob geschlagen, so dass die Feinarbeiten an der Oberfläche beginnen konnten. Mit Raspeln und Feilen wurden die Spuren der Beitel weggenommen und kleinere Korrekturen durchgeführt. Die Holzmaserung trat dabei immer deutlicher hervor und führte zur Begeisterung und zum Wunsch, die Oberfläche zu schleifen und zu polieren.

 

 

Diese Arbeitsgänge beherrschten dann den dritten Tag; die Skulpturen wurden immer angenehmer für die Berührung durch die Hände. Den Endpunkt setzte das Einwachsen, wodurch die Holzfärbung deutlich intensiver hervortrat. Schließlich konnten alle Arbeiten auf Sockeln im Hauptgebäude präsentiert werden, dies im Zusammenhang mit einer Bilderausstellung.

Hervorheben möchte ich die gute Arbeitsstimmung bei dieser intensiven, herausfordernden Tätigkeit und die große Motivation, auch schwierige Schritte zu leisten. Wir wurden belohnt durch die entspannten Mittagessen am großen Tisch, zwischen zwei Fensterwänden mit wunderschönem Ausblick in die Landschaft.

Hubert Romeyke

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