Vincenzo Delle Donne

Enrico Caruso-Abend am Hof Scheer

Autorenlesung am Freitag, 24. September, 20 Uhr

 

 

 

 

Juni 1921: Der weltweit gefeierte Tenor Enrico Caruso kehrt mit dem Schiff „President Wilson“ aus New York in seine Heimatstadt Neapel zurück. Die Jahrhundertstimme ist sterbenskrank und hat noch knapp zwei Monate zu leben. Das Atmen fällt ihm schwer. Caruso fühlt, dass der Tod naht und fährt mit seiner Ehefrau Dorothy und der zweijährigen Tochter Gloria nach Sorrent, wo er im Grand Hotel Excelsior Vittoria residiert. Von hier aus hat er Neapel im Blick, wo die Weltkarriere des Gassenjungen mit der goldenen Stimme aus der Via San Giovanni e Paolo begann: die Stadt, zu der er ein Hass-Liebe-Verhältnis entwickelt hat. Trotz des schwierigen Verhältnisses ist er seiner Heimatstadt Neapel treu geblieben und lässt hier sein Leben Revue passieren: Caruso denkt an seine Mutter Anna, die 1888 an Tuberkulose verstarb, an die ersten Anfänge im Kirchenchor, an seinen desaströsen Auftritt im Teatro San Carlo von Neapel, an sein Debüt in der Mailänder Scala und an seine Erfolge an der New Yorker Metropolitan Opera und auf den großen Bühnen der damaligen Welt. Mit Ada Giachetti, mit der er seine ersten großen Erfolge feierte und die ihm die Söhne Rodolfo und Enrico Jr. schenkte, lebte er in wilder Ehe 11 Jahre zusammen, bis die Beziehung in die Brüche ging und zu einem Rosenkrieg wurde.

Für kurze Zeit schöpft Caruso in Sorrent neue Hoffnung. Doch sein Gesundheitszustand verschlechtert sich. Caruso stirbt am 2. August 1921 mit 48 Jahren in Neapel. Über 80.000 Menschen nahmen an seiner Beerdigung teil. Der Neapolitaner und Buchautor Vincenzo Delle Donne präsentiert am Freitag, den 24. September, um 20 Uhr, auf Hof Scheer in Hellinghausen anlässlich des 100. Todestag des Jahrhunderttenors eigene Texte, die das bewegte Leben des neapolitanischen Tenor-Mythos in einem neuen Licht zeigen. Musikalisch untermalt wird die literarisch-biographische Zeitreise mit Original-Platten von Enrico Caruso aus dem Jahr 1906, die auf einem Grammophon der Zeit gespielt werden.